Neben dem Platz ...



Designed by:

Entwicklung des Mädchenfußballs beim Radebeuler BC 08

 

Im Gründungsjahr des Radebeuler Ballspielclub 1908 e.V. galt Frauenfußball noch als moralisch verwerflich. Der erste deutsche Frauenfußballklub entstand 1930 in Frankfurt, passte aber nicht in die damalige Gesellschaft. Erst in den 1960er Jahren kam es zur Neubelebung und im benachbarten Dresden wurde 1968 mit der BSG Empor Dresden-Mitte die erste Frauenfußballmannschaft der DDR gegründet.
Beim RBC blieb Fußball weiterhin eine Männerdomäne. Trotzdem trainierten und spielten immer wieder einmal Mädchen in Jungenmannschaften mit. Beachtlich weit brachte es dabei Stella Kerkhof. Mit der nötigen Ausdauer, Härte und Schnelligkeit erarbeitete sie sich Akzeptanz im Training und im Spiel und schaffte es bis aufs Großfeld der C-Junioren. Mancher Junge hatte da das Nachsehen.
Im Jahr 2008 standen gleich fünf Spielerinnen im Weinbergstadion und fragten, ob wir sie trainieren könnten. In ihrem alten Verein waren sie nur eine Randerscheinung. Udo Engelmann und Roland Mieller überlegten lange, wägten gründlich das Für und Wider ab, besprachen alle Randbedingungen und sagten schließlich zu. Einhundert Jahre nach Gründung des Vereins hielt also der Frauenfußball offiziell Einzug im Radebeuler BC.
Mit anfangs acht Spielerinnen wurde eine C-Juniorinnen-Mannschaft aufgebaut. Sie nahm ab der Saison 2008/09 am Spielbetrieb in der Bezirksliga Dresden teil und konnte gleich im ersten Jahr jeweils den dritten Platz bei den Bezirksmeisterschaften und den Hallenbezirksmeisterschaften sowie das Pokalfinale erreichen. Unter Leitung des Trainerduos Engelmann/Mieller wurde dieser Erfolg in der Saison 2009/10 wiederholt.
Aber die nächste Herausforderung wartete bereits: Wie weiter mit den Spielerinnen, die der Altersklasse C entwachsen? Kann man ihnen eine Zukunft im Verein bieten?
Die Lücke schloss der Verein ab dem Spieljahr 2010/11 mit der Aufstellung der B-Juniorinnen-Mannschaft, die auch erstmals Erfolge auf Landesebene verbuchen konnte. In diesem Jahr wurden mit Hermine Molle und Sarah Thonig zwei Spielerinnen in die Landesauswahl des Sächsischen Fußballverbandes berufen.
Dank weiterer Zuläufe vor allem 9- bis 12-jähriger Mädchen nimmt ab der Saison 2011/12 auch ein D-Juniorinnen-Team am Spielbetrieb teil. Unsere B-Juniorinnen holten in dieser Spielzeit die ersten Sachsen-Titel nach Radebeul. Sie siegten im SFV-Futsal-Cup, im Landespokal und wurden Landesmeister Kleinfeld.
Diesen Erfolg konnte der Verein im Jahr 2013 noch toppen. In diesem Jahr gewannen die D-, C- und B-Juniorinnen die Hallenlandesmeisterschaft und die C- und B-Juniorinnen den Sächsischen Futsal-Wettbewerb. Das war noch nie zuvor einem sächsischen Fußballverein gelungen.
Im Spieljahr 2013/14 nahmen schon sechs Frauen-/Mädchenmannschaften am regelmäßigen Spielbetrieb teil, darunter erstmals E-Juniorinnen. In der sächsischen Landesauswahl waren mit Linda Kollmann und Sarah Wilsch wieder zwei Radebeulerinnen vertreten.
Mit seiner guten Arbeit im Nachwuchsbereich hat sich der RBC 08 in den vergangenen Jahren in Sachsen zu einer anerkannten Adresse bei Fußballerinnen und ihren Anhängern entwickelt. Der Verein zählt heute rund 70 Frauen und Mädchen, und bietet für jede Altersgruppe beste Bedingungen.

Angesichts der Erfolge des Vereins, der Euphorie um die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland und der steigenden Begeisterung von Mädchen und Frauen für die „Faszination Fußball" blickt man beim Radebeuler BC 08 optimistisch in die nächsten einhundert Jahre Mädchen- und Frauenfußball.

 

Unterstützt von ...

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner